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Das kicker Managerspiel Interactive und Classic

Seit mittlerweile rund 30 Jahren messen sich kicker-User mit ihren Manager-Skills beim beliebten kicker Managerspiel. Fans der ersten Stunde haben im Laufe der Jahre die verschiedensten Änderungen - und Verbesserungen - miterlebt und mitgestaltet. Gemeinsam mit Games- und Social Media-Spezialist David Gohla blicken wir in diesem Flutlicht auf die kicker Managerspiele, deren Geschichte(n), Hintergründe und auf einen älteren Herrn, der uns in ganz besonderer Erinnerung geblieben ist und wohl demnächst - wie jedes Jahr - anrufen wird. 

Die richtige Investitionstaktik ist wichtig beim kicker Managerspielkicker

Die Anfänge

Seit wann gibt es die kicker Managerspiele?  

DAVID: Das kicker Managerspiel Classic gibt es schon seit 1991, damals allerdings noch in einer etwas andere Version als heute. Die Marktwerte wurden aber auch damals schon im Bundesliga-Sonderheft abgedruckt, die Teilnehmer mussten ihre Mannschaftsaufstellung per Post oder Fax einsenden. Seit 1996 können die User die Kader selbst auf kicker.de zusammenstellen, die Interactive-Version kam 2000 dazu, 2006 folgte die 2. Liga, 2008 die 3. Liga. Im Jahr 2020 haben wir die Interactive-Version auf eine neue technologische Plattform umgezogen, dadurch wurde sie nicht nur optisch verschönert, sondern vor allem mobil spielbar. Außerdem können wir das Spiel so zukunftssicher weiterentwickeln und immer wieder neue Features hinzufügen.  

kicker Managerspiel Interactive und Classic – wo sind die Unterschiede kurz zusammengefasst? 

DAVID: Bei Classic stellt man vor der Saison sein Team auf und kann dann im Laufe der Saison keine Änderungen mehr vornehmen. Die Bankspieler rücken nach, wenn jemand ausfällt. Interactive ist – wie der Name schon sagt – deutlich interaktiver. Hier haben die User einen größeren Kader und können für jeden Spieltag die Startelf neu zusammenstellen und sogar zwei Mal im Jahr Spieler kaufen und verkaufen. Das ist gerade bei Transfers oder Verletzungen im realen Saisonbetrieb sehr wichtig, um überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben.  

Viele denken bei Fußballmanagerspielen an Comunio, Anstoss und EA Football Manager – warum brauchte kicker ein eigenes Managerspiel? 

DAVID: Ich glaube, die meisten Spiele gab es damals noch gar nicht. Comunio nutzte zur Anfangszeit ja selbst die kicker-Noten für die Bewertung, bis es selbst kommerziell wurde. Ansonsten waren und sind die anderen Fußball- oder Managerspiele ja immer ein bisschen anders. Wir haben unsere Lücke gefunden. 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, kicker Managerspiele zu entwickeln? 

DAVID: Unsere kicker-Ranglisten gehören zu unserer DNA. Wir wollten einen spielerischen Ansatz schaffen, um mit den kicker-Noten zu interagieren. Die User beschäftigen sich mit der Marke, den kicker-Noten und schauen regelmäßig auf der Website vorbei, um die Ergebnisse zu sehen oder ihre Teams zu verändern. Mit den Managerspielen bauen wir eine emotionale Bindung auf – auch übrigens in internen Managerligen – und sorgen in den Kantinen und auf den Sportplätzen diese Welt für Gesprächsthemen unter Fans und Hobby-Managern.

Aus alt... kicker
... mach neu: seit der Saison 2020/21 zeigt sich das kicker Managerspiel im neuen Gewand kicker

Die Herausforderungen

Was sind die größten Herausforderungen bei der Entwicklung solcher Spiele? 

DAVID: Die Ansprüche unserer User sind sehr breit gefächert. Manche schauen maximal einmal pro Woche rein, andere wollen mehrfach am Tag interagieren und überlegen sich neue Aufstellungen oder planen Transfers. Wichtig ist: es muss sowohl einfach in der Handhabung, als auch anspruchsvoll sein. Diese eigene Vorgabe challengen wir immer wieder und arbeiten an der Optimierung des Spiels.  

Wie waren die Anfänge? Konnte der User sein Team schon immer selbst im Web zusammenstellen? 

DAVID: Zu Beginn wurden die Kader noch per Post eingeschickt und mühsam von uns in eine Excel-Tabelle eingegeben. Das hat sich im Laufe der Jahre natürlich geändert und die Kader werden heute meistens digital über unsere native App oder Web-App. Ausnahmen bestätigen die Regel.  

Wie viele Spieler gibt es jedes Jahr in den einzelnen Ligen? 

DAVID: Zur Hoch-Zeit Mitte der 2000er Jahre hatten wir versions- und ligenübergreifend über 600.000 Teams. Im Laufe der Zeit sank die Zahl bis auf 200.000, unter anderem aufgrund der veralteten Technologie, da das Spiel nicht mobil spielbar war und nicht weiterentwickelt wurde. Seit dem Umzug auf die neue technische Plattform steigt die Anzahl der Teams erfreulicherweise wieder Jahr für Jahr. Letzte Saison hatten wir über 250.000 Teams und rechnen mit 300.000 Teams in der kommenden Saison 2023/24. 

Wie viele Punkte erzielt ein User im Durchschnitt pro Spiel/pro Saison? 

DAVID: Bis vor zwei Jahren waren bei Interactive 1.000 Punkte “Pflicht” und 1.200 schon sehr gut, um vorne mit dabei zu sein. Jeder User hat da sicherlich eine Rekordsaison oder auch einen Kader, bei dem es nicht mal zu 800 Punkten reichte. Dann haben wir die Logik etwas verändert, so dass man inzwischen auch über 2.500 Punkte erreichen kann. Es gibt aber auch bei Classic einige User, die mit eigenen Regeln explizit auf Minuspunkte spielen, d.h. Spieler aussuchen, die möglichst spielen, aber eben schlechte Noten kriegen. Oder sie spielen den Triathlon, also alle drei Wettbewerbe und es gibt einen Gesamtsieger. 

Wie hoch ist die Abbruchquote im Laufe der Saison? 

DAVID: Leider sind nicht alle User die gesamte Saison involviert. Auch bei Interactive setzen viele auf eine starke Startelf und lassen diese die Saison über durchspielen. Viele vergessen ihr Team oder die Transferfenster auch oder kapitulieren aufgrund von schlechten Ergebnissen. Wir haben Maßnahmen umgesetzt, um die Quote zu verringern: zusätzliche Transferfenster, Startelf-Wechsel am Spieltag, Push-Erinnerungen oder die Änderung der Punkteregeln. Das zeigt schon Wirkung in der Masse, trotzdem wird es immer User geben, die in die Aufstellung erst nach Saisonende wieder reinschauen. 

Kann man etwas gewinnen bei den kicker Managerspielen? Neben Ruhm und Ehre…  

DAVID: Es gibt für die Gesamtsieger attraktive Preise, die die Agentur boomee für uns organisiert. Diese füllen wir meist mit Preisen aus dem kicker-Sortiment auf. Und es gibt viele privat organisierte Managerligen, die ihre eigenen Preise vergeben, mit Startgebühr, Wanderpokal und Meisterfeier. Der Vergleich mit seinen Freunden ist weiterhin das Zugpferd für das Spiel, denn für den Gesamtsieg braucht es schon ziemlich viele Dinge, die perfekt laufen.

Wie habt ihr die Balance zwischen Spielbarkeit und realistischer Fußballsimulation gefunden? Wie arbeitet ihr die Daten und Statistiken der realen Fußballwelt in das Spiel ein? 

DAVID: Es gibt ja immer wieder Versuche von Wettbewerbern, das Spiel mit Live-Daten noch objektiver und realitätsnäher zu machen. Ich denke, das zielt aber teilweise auf eine andere Zielgruppe ab, weil man eben gezwungen ist, live dabei zu sein und im Stadion oder am Bildschirm noch nebenbei am Smartphone aktiv zu werden. Da ist das kicker Managerspiel deutlich entspannter und von den Daten her reduzierter, es geht „nur” um Startelf, Tore, Karten und Note, das ist überschaubar und für die User nachvollziehbarer als beispielsweise die Bewertung von Passquoten oder Ballkontakten. Klar ist aber auch, dass die Noten teils große Diskussionen bei den Usern auslösen, weil sie mit ihrem Team eben selbst betroffen sind. 

Welche Features des Spiels sind euch besonders wichtig und warum? 

DAVID: Seit vorletzter Saison kann ein User auch noch während des Spieltags die eigene Aufstellung ändern. Das ist unerlässlich, weil am Freitagabend niemand sagen kann, ob ein Spieler, der am Vorabend in der Europa League zum Einsatz kam, am Sonntag wieder auf dem Platz steht. So haben die User mehr Möglichkeiten zu reagieren und schauen auch am Spieltag immer wieder rein. 

Das Managerspiel wurde auch für die mobile Ansicht optimiertkicker

Die Zukunft

Wie integriert ihr Feedback der Spieler in die Weiterentwicklung des Spiels? 

DAVID: Wir haben gerade zur Umstellung auf die neue Plattform viel Feedback bekommen, da sich einige Dinge geändert haben. Wir nehmen das alles auf und gewichten es nach Dringlichkeit und Mehrwert. Jeder User äußert da natürlich persönliche Wünsche. Manche sind bereit, Geld für bestimmte Features oder Regeln zu zahlen, wie man es bei anderen Games inzwischen kennt. Für uns ist es letztendlich wichtig, das Spiel für alle User punktuell weiterzuentwickeln, ohne es zu sehr zu verändern. 

Wie plant ihr, das Spiel in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln und zu verbessern? Gibt es Pläne für neue Modi oder Funktionen, die du mitteilen kannst? 

DAVID: Nachdem Matchday die neue Plattform für uns erstellt und den Umzug begleitet hat, haben wir das Spiel letztes Jahr in die Hände von Tickaroo gegeben. Es gibt weiterhin eine Liste von Funktionen, die wir gerne umsetzen wollen. Wie bei allen Entwicklungsprojekten geht das nur Stück für Stück, aber es wird auch nach Saisonstart weitere neue Features geben.  

Games-Experte David Gohlakicker/Olympia-Verlag

Wie geht ihr mit den ständig wechselnden Spielerdaten um, und wie haltet ihr das Spiel aktuell? 

DAVID: Das Spiel ist mit der kicker-Datenbank verknüpft. Wenn ein Spieler den Verein wechselt, wird das im Managerspiel abgebildet. Wichtig ist, dass sich die Position und der Marktwert des Spielers im Laufe der Saison nicht ändern kann. Das kann bei einzelnen Spielern schon mal zu Vor- oder Nachteilen führen, wenn sie kurz vor Ende des Transferfensters wechseln oder auf einer anderen Position eingesetzt werden. Neuzugänge nach Saisonstart sind auch immer ein blödes Thema, weil die meisten Teams schon stehen. Aber wir können das natürlich nicht verhindern, nur uns entsprechend mit zusätzlichen Möglichkeiten drauf einstellen. Ein bisschen Glück gehört letztendlich auch immer dazu. 

Wie werden die Marktwerte der Spieler festgelegt? 

DAVID: Die Marktwerte legen Mitarbeitende aus der Digital- und Social-Media-Redaktion fest. Jeder Spieler braucht einen Marktwert, so unbekannt er auch sein mag. Gleichzeitig dürfen die Top-Stars auch nicht zu günstig sein, weil die sonst jeder kauft. Das ist ein zeitintensiver und diskussionsreicher Prozess, um ein ausgewogenes Setup zu erstellen. Natürlich gibt es auch hier immer wieder User, die es anders sehen - ähnlich wie bei den Noten. Wichtig ist: Alle User spielen unter den gleichen Grundvoraussetzungen. Nach dem initialen Set werden neue Spieler auch gleich mit einem Wert ausgestattet, damit sie direkt im Spiel erscheinen und verpflichtet werden können. 

Warum gibt es kein Managerspiel für die Frauen-Bundesliga? Wird es Wettbewerbe wie Champions League oder EM/WM geben? 

DAVID: Grundsätzlich kann es das kicker Managerspiel in allen Wettbewerben geben, wo es vollständig kicker-Noten gibt, denn das ist der USP des Spiels und unerlässlich. Bisher gab es das nur zu EM und WM, aber es ist grundsätzlich denkbar, das auszuweiten. Wir behalten alle Wettbewerbe im Blick und schauen, wo wir das leisten können. 

Es ist nicht das Ziel, die besten Spieler zu verpflichten, sondern

die besten Kader unter den gegebenen Voraussetzungen

David Gohla, Produktmanager Social-Media

Wie gehst du mit dem Druck um, ein Spiel zu schaffen, das sowohl unterhaltsam als auch technisch herausfordernd ist? 

DAVID: Die technische Herausforderung haben wir mit der Umstellung ganz gut gemeistert, so konnten wir das Spiel "nach Belieben” weiterentwickeln. Dennoch werden alle neuen Features vorsichtig eingesetzt, d.h. mit mehreren Kollegen abgestimmt und teilweise auch User um Feedback gebeten. Das Spiel soll sich vom Grundprinzip nicht verändern, dennoch unterhaltsam bleiben. Da gab es in den letzten Jahren viel zu tun. Besonders spannend und stressig wird es dann in der heißen Phase vor der Saison oder wenn bestimmte Features live gehen. Da müssen alle Bereiche ineinandergreifen, meistens Technik und Kommunikation. Und dazwischen hänge ich und bin durchaus erleichtert, wenn alles glatt läuft und die User an ihren Kadern basteln können. 

Was ist der beste Ratschlag, den du jemandem geben könntest, der neu im Spiel ist? 

DAVID: Man muss gerade den neuen Usern immer wieder klar machen, dass nicht das Ziel ist, die besten Spieler zu verpflichten, sondern die besten Kader unter den gegebenen Voraussetzungen. Man soll sich mit dem Budget und den Marktwerten ja explizit nicht nur Top-Stars leisten können. Die Herausforderung liegt darin, einen ausgewogenen Kader aufzustellen, da braucht man schon ein gutes Händchen. Ich persönlich baue meinen Kader immer so auf, dass ich zwei bis drei Spieler auf der Bank habe, die regelmäßig punkten. So kann ich im Laufe der Saison Ausfälle gut kompensieren. Zudem verzichte ich eigentlich auf Neuzugänge, die die Liga nicht kennen. Bei vielen Vereinen, die international spielen, wird auch viel rotiert, was man ebenfalls berücksichtigen sollte. Und natürlich hat jeder User seine Lieblinge und hofft, dass sie in der neuen Saison nicht zu teuer werden. 

Die Community

Wie wichtig ist dir das Community-Engagement und wie fördert ihr es? 

DAVID: Wir haben eine sehr aktive Community und pflegen den Kontakt, d.h. stellen beispielsweise Anpassungen zur Diskussion. Man muss wie gesagt aber auch schauen, dass „Heavy User” andere Vorstellungen von dem Spiel haben als der Gelegenheitsspieler. Den Spagat haben wir ständig zu bewältigen. 

Was würdest du als den größten Erfolg in der Geschichte des Spiels bezeichnen? 

DAVID: Wir haben ein Spiel, welches nach über 30 Jahre noch seine User begeistert. Das ist, glaube ich, der größte Erfolg. Natürlich gab es viele punktuelle Highlights, aber die Konstanz und die positive Entwicklung sind eigentlich am wertvollsten. 

Beim kicker Managerspiel verschmelzen die digitale und die analoge Welt kicker
Tipps und Tricks sind jedes Jahr auf's Neue gefragt kicker

Spielen Prominente die kicker Managerspiele?  

DAVID: Wir hatten vor einigen Jahren tatsächlich eine Spieler- / Prominenten-Liga, inzwischen wehren sich aber viele Vereine aufgrund von anderweitigen Verträgen dagegen oder die Berater halten die Hand drauf oder auf. Wir wissen, dass es Spieler gibt, die selbst einen Kader haben und es wird auch immer wieder mal ein Kader in den Social-Profilen geteilt. Marketing-technisch haben wir im Bereich eSport gute Erfahrungen gemacht und einige Gamer ins Spiel geholt. In einer Halbzeitpause bei FIFA schafft man es problemlos, die Startelf für das Wochenende einzustellen. 

Sonstige Fun Facts/Anekdoten zum Managerspiel? 

DAVID: 2018 gab es zum Saisonstart eine DDOS-Attacke auf den kicker. Man konnte ein paar Stunden vor dem Auftaktspiel nicht mehr auf kicker.de zugreifen und keine Änderungen am Kader mehr durchführen. In dem Spiel hat sich dann auch noch Kingsley Coman schwer verletzt und ist lange ausgefallen. Für einige Manager endet die Saison daher schon recht frühzeitig oder sie konnten erst zum 2. Spieltag einsteigen. Kurz darauf verpflichtete der BVB allerdings Paco Alcacer und alle User, die am 1. Spieltag keinen vollständigen Kader hatten, konnten mit Verpflichtung des Punktelieferanten ein wenig vertröstet werden. Insgesamt aber ein sehr unglücklicher Start in die Saison. Daher raten wir auch jedem User, seinen Kader rechtzeitig fertig zu stellen und keine Schnellschüsse mehr kurz vor dem Start zu machen. Schöner ist da die Anekdote von einem älteren Herrn, der in jedem Sommer in der Redaktion anruft und per Telefon seine Classic-Aufstellung durchgibt. Marktwerte aus dem Sonderheft, Kader zusammengestellt auf Papier, passend auf den Cent. Er hat kein Internet und wir haben ihm eine E-Mail-Adresse und einen kicker-Account erstellt, um sein Team zu speichern. Er freut sich jedes Jahr sehr über die Hilfe und rechnet sein Endergebnis vermutlich selbst aus. 

Tommy Dobs ist seit über zehn Jahren im Bereich Content Marketing, PR und Blogging aktiv. Für unseren Blog schaut er hinter die Kulissen unserer Sportmedien-Angebote, beleuchtet unsere Projekte und spricht mit den Menschen über ihre Motivation. Eine besondere Leidenschaft ist für ihn Data Storytelling. So bringt er Daten und Zahlen zusammen, um emotionale Geschichten mit detailreichen Fakten zu erzählen.